Die Ortsbezeichnung Hollenstede ist urkundlich erstmals in einem Dokument aus der Regierungszeit des Osnabrücker Fürstbischofs Engelbert (1239-1250) überliefert und zwar in der Schreibform „Holdenstede“. Die Landesgeschichtsforschung datierte daher die ohne Zeitangabe überlieferte Urkunde mit dem Ausfertigungsdatum: ’um 1250‘. Da die Regierungszeit des Fürstbischofs Engelbert jedoch bereits 1250 endete, ist die Ausfertigung der Urkunde und damit die Ersterwähnung Hollenstedes besser für die Zeit um 1245 anzusetzen. Der genaue Zeitpunkt der Entstehung der Gemeinde lässt sich weder über die Geschichte noch über die Sage ermitteln.

Der älteste Hof soll Meyer zu Hagenbeck gewesen sein. Darauf weist die Hausnummer 1 hin. Daraus entstand im 17. Jahrhundert durch Teilung ”Meyer zu Hagenbeck“ (später nur noch ”Meyer“ genannt, Haus-Nr. la) und ”TholoMeyer“ (Haus-Nr. 1b). Im Weiteren wurde ”Meyer zu HoIle“ als zweiter Meyerhof geschaffen, dem man die Haus-Nr. 2 gab.

Die Flurbezeichnung „Holle“ verdient besondere Beachtung und kennzeichnet die Flur als nasse, sumpfige, moorige Niederung. Das im Südwesten vor der Schaler Grenze sich erstreckende Herrenmoor war vor seiner Kultivierung ein solches nasses, sumpfiges Gelände. Der Meyerhof zu Holle war dereinst vermutlich Sitz der Osnabrücker Dienstmannen namens v. Hollenstede, die mit Heinrich von Hollenstede bereits für das Jahr 1294 urkundlich überliefert sind. Über die Jahre diente das Herrenmoor (so benannt, weil es dem Landesherrn gehörte) der Versorgung der Fürstenauer Burgbewohner.

Neben den drei vorgenannten Meierhöfen bestanden laut einer Höfeliste des Jahres 1721 als ältere Höfe die Vollerben: Middendorf (Hs..Nr. 3), Wessel (Hs.-Nr. 4), Bokern (5), Ummethun (6), Hoppe (7), Imhoff (8), Pott (9), Menke (10). Die gleiche Anzahl an Hofstätten nennt auch bereits das von 1458 überlieferte älteste Viehschatzregister.
An Halberben nennt ein Verzeichnis des Jahre 1780: Geers-Losekamp, Sander-Losekamp. Im gleichen Jahr bestanden die Erbkötter: Gößling (vorher Wellinghoff), Hermann Losekamp, Johann Haar, Becktepe, Ahejohann, Tholo Achelbrock (Meyerthole), Albert Achelbrock, Albert Vosseberg (später Hümmler), Lubbert Achelbrok (Achelwilm), Gödecke Achelbrock (später Bruns, dann Bower) und die Markkötter: Gerd Poel, Haarannen (vorher Haar hinterm Brook), Thale Botter, Hümmeler, Borgjohann (später Timmerahrens-Middendorf), Heinrich Haar.

Erst später wird über Heuerleute in Hollenstede berichtet. Doch nahm deren Zahl in der ersten Hälfte des19. Jahrhunderts ständig zu. Um 1848 galt Hollenstede laut Bericht des damaligen hannoverschen Amtes Fürstenau ”als eine ziemlich wohlhabende und grundreiche Gemeinde“. Die 66 Heuerleute des Jahres 1848 lebten, mit Ausnahme von zehn, die sich mit einem Nebengewerbe beschäftigten, größtenteils vom Ackerbau und von ihrem Verdienst in Holland. Doch schon bald nahm die Zahl der Heuerleute infolge der Webernot und der Abnahme der Hollandgängerei sowie der dadurch ausgelösten Auswanderung nach Amerika wieder ab. Im Jahr 1892 zählte man zu Hollenstede 79 Haushaltungen, nämlich 9 Vollerben, 5 Halberben, 10 Drittelerben,7 Viertelerben, 5 Neubauern, 43 Heuerleute.  Manche vom Hof abgehende Söhne zogen seit Bestehen Fürstenaus in die benachbarte Stadt. Die Wessel und Ummethun stellten nachweislich ab 1558 wiederholt den Fürstenauer Bürgermeister.

Für die Bewohner der Hollensteder Höfe bestand seit Gründung des Kirchspiels Schwagstorf (um 1180) rund 750 Jahre hindurch der Kirchweg nach Schwagstorf. Ob jemals, außer zum Besuch des Kommunionunterrichts, auch die Schwagstorfer Schule von den Hollensteder Kindern besucht wurde, ist nicht nachweisbar und auch wohl kaum anzunehmen. Begann man doch erst nach dem Dreißigjährigen Krieg dank der Bemühungen des Osnabrücker Landesherrn Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg mit der Einführung eines einigermaßen geregelten Schulunterrichts auf dem Lande.

Stand: 12/2025