Das Dorfbild maßgeblich prägend und im Umland mit ihrem grünen Turm und rotem Dach weithin sichtbar, ist unsere Kirche. Wer hätte das gedacht, dass Grundsteinlegung erst 1925 war und die Einweihung erst 1929 stattgefunden hat?

Am 17. März 1920 hat der Bischof von Osnabrück die Abtrennung von Schwagstorf gebilligt, wodurch Hollenstede eine eigenständige Kirchengemeinde wurde.

Bereits kurze Zeit später am 15. April 1920 wurde in Hollenstede auf einer Gemeindeversammlung unter dem Vorsitz des Gemeindevorstehers Hoppe auf Anregung des derzeitigen Lehrers Wahmes eine Kommission für den Kapellenbau gewählt. Um die neu gründende Gemeinde auszustatten und Wohnung für den Geistlichen und Raum für den Gottesdienst zu schaffen, beschließt der Schulvorstand, die alte Lehrerwohnung und die alte Schule nebst 3 ¾ Hektar Land auf 99 Jahre an die neue Kirchengemeinde zu verpachten. Die alte Schule soll um 10 Meter verlängert, die Decke um 1,5 Meter erhöht werden und dieser Raum zunächst als Notkirche dienen. Am 21. Dezember 1920 wird die Notkirche durch den Pfarrer von Schwarzdorf, Dr. Freese, eingeweiht.

Zu Ostern 1921 wird der bisherige Kaplan Rudolf Maria Anton Diekmann als Geistlicher für Hollenstede ernannt.

Am 9. April 1922 bewilligte der Bischof eine Haussammlung für einen Kirchenbau in Hollenstede durchzuführen. Der Ertrag von 110.000 Mark wird leider sehr entwertet, so dass er als finanzielle Grundlage auch für die bescheidenste Kirche nicht mehr ausreicht.  Das Geld wird zur Deckung der Schulden für das Pastorat herangezogen. Jede ehrliche Geldbeschaffung ist zurzeit derart erschwert dass die Kirchenbaupläne einstweilen aufgegeben werden müssen.

Im Jahre 1923 werden die Kirchenbaupläne wieder aufgenommen. Da Geldsammlungen unmöglich sind, die Landleute aber Tauschwerte zur Verfügung haben, wird in einer Gemeindeversammlung beschlossen, dass jeder aus der Gemeinde einen Teil der für den Bau notwendigen Bruchsteine kostenlos an den Kirchbauplatz liefern soll. Schon bald türmt sich ein großer Steinhaufen auf dem Bauplatz.

Im Winter 1924/25 werden die Ausschachtungsarbeiten von Gemeindemitgliedern kostenlos ausgeführt. Zusätzlich wird mit der Sammlung für einen Baufonds begonnen. Am 24. August 1924 wird auf einer Gemeindeversammlung beschlossen, eine monatliche Haussammlung abzuhalten. Jeder soll nach seinem Können etwa 5 bis 25 Mark monatlich für den Kirchbau hergeben.

Im März 1925 beginnen die Maurerarbeiten und der Grundstein kann gelegt werden.

Im selben Jahr wird der Hauptraum einschließlich Turm bis 5,50 m Höhe fertiggestellt.

Nach dem Winter starten die Maurerarbeiten wieder am 7. April 1926. Am 5. August ist das Holz teilweise gerichtet. Am 2. September ist das Mauerwerk von Chor und Sakristei vollendet, so dass am 13. Oktober die Dachziegel aufgehängt werden können.

Am 9. November 1926 wird der Rohbau durch den Vertreter der Regierung abgenommen.

Im Frühjahr 1927 wird das Dach eingedeckt. Im August brachte eine Diözesankollekte ungefähr 6400 Mark. Da auch die Jagdpacht günstig abgeschlossen werden kann, wird entschieden, auch noch den Turm der Kirche auszubauen. Die Arbeiten starten im Frühjahr 1928. Am 1. und 2. Juni 1928 wird das Holz des Turmdachs gerichtet. In diesem Jahr werden auch die Putz und Innenarbeiten vollendet.

Am 6. Juni 1929 weihte Bischof Dr. Wilhelm Berning die Kirche zu Ehren der seligen Jungfrau Maria ein.

Die gesamten Baukosten werden mit ca. 70.000 RM angegeben. Alle Hand und Spanndienste für die Kirche, für das Pastorat und für die Notkirche wurden von der Gemeinde unentgeltlich gestellt. Lediglich 5.000 RM wurden von der Klosterkammer „fremd“-finanziert.

Stand: 12/2025